Ja….ihr kennt mich….immer auf Zack, ein Abenteuer jagd das Naechste, durchtrainiert und keine Minute ohne Sport. Ist ja klar, dass sich Typen wie ich den Aufstieg zu einem Basecamp des Aconcagua nicht entgehen lassen….
Sooo…was ist passiert…..???
Eigentlich wollte ich mit Marisa mal einen Blick auf die Anden werfen und uns einige Sehenswuerdigkeityen in der Gegend ansehen.
Also ab in den Bus und ein paar Stunden in en Anden rumgekurvt.
Gleich bei unserem ersten Ziel sind wir sozusagen etwas haengengeblieben.
Es bot sich uns die Moeglichkeit den Naturpark rund um den Aconcagua zu erkunden. Entweder ca. 10 Minuten Fussmarsch zu einem netten kleinen See…oder ein lockerer Aufstieg zu einem Camp mit Gletscher nahe am Aconcagua. Der Aconcagua ist nebenbei gesagt der zweithoechste Berg der Welt
…..aber wer wird sich denn davon gleich ins Boxhorn jagen lassen???
Alle die sich mit der Aussprache schwer tun, koennen dieses praechtige Stueck Natur auch gerne wie ich den “Macho-Grande” nennen
Naja…so oft kommt man ja nicht in die Gegend…deshalb haben wir beschlossen den Aufstieg zu wagen…trotz wackligem Knie und ohne Fruehstueck im Magen, in Kurzen Hosen, T-Shirt, Sportschuhen…wie Urlauber halt so rumrennen.
Die Parkranger haben uns noch nen Liter Wasser in die Hand gedrueckt und dann gings los. Vier Stunden Aufstieg , steile Haenge, Geroell, Felsen, duenne Luft….alles was man so braucht…als erfahrene und trainierter Wanderer mit Bergsteigerambitionen.
Um uns herum waren ausschliesslich Gestalten mit vermumten Gesichtern, Supernova-Sonnencreme, Hightech-Wanderstoeckern, Rucksaecken, Weltraum-Superpower-Snacksriegeln….voll ausgestattet halt.
Am Anfang fand ich das noch lustig, dass wir die einzigen “normalen” Menschen in den Bergen waren. Nach 4 Stunden oben angekommen, hatten wir eine Suuuuuuper Aussicht. Ich habe das erstemal ein Basecamp gesehen…alles toll.
Der Abstieg wurde dann allerdings zur Qual….Sonne Sonne Sonne…ich wurde gegrillt…Hunger hatter ich schon lange nichtmehr (10 Cracker gabs unterwegs) jeder Knochern schreit nach Ruhe….gottseidank bin ich sooo durchtrainiert…
Nach 6,5 Stunden waren wir wieder unten…und ich war mehr tod als lebendig. Ich war noch NIEEEEE in meinem ganzen Leben sooo fertig.
Die eine Stunde Fussmarsch zum Bus haben mir dann den Rest gegeben. Wir kamen total verbraucht bei der Busstation an ( leider 10 min nach dem Bus). Ich hatte einen Sonnestich, konnte nichtmehr laufen und geradeso nen halben Lieter Wasser runterbekommen.
Wir haben uns dann ein schoenes 9 Quadratmeterzimmer fuer neun Personen mit ein paar Jungs aus Brasilien geteilt und ich bin mit leichtem Fieber sanft entschlummert.
Am naechsten Morgen war ich wiedererwartend fit wie ein Turnschuh…hatte Hunger wie ein Baer (aber ein hungriger, so ein grosser…der immer Hunger hat) und war auch knochentechnisch weider ganz da.
Ich denke mein Knie kann man mittlerweile als genesen betrachten, das rumgerenne mit dem schweren Rucksack scheint wohl etwas gebracht zu haben.
In dem Hostel an der Busstation haben wir beim Fruehstueck ein Paerchen mit Auto getroffen. Sie haben uns angeboten sie auf einem Trip durch die Anden zu begleiten.
Das verlockende Angebot haben wir dankend angenommen und sind mit Laura und Rogelio in ihrem Chevrolet Corsa (nein ..Opel gibts hier nicht) ueber unbefestigte Pisten durch die Anden geduest. Die Tour endete Abends in Mendoza, wo unsere Rucksaecke im Hostel auf uns warteten….gottseidank war unser Zimmer frei, so dass wir nicht erst noch ein neues Hostel suchen mussten.
Heute ist erstmal Hosteltag…etwas Spanisch lernen…relaxen…die Klimaanlage geniessen (gestern warens schonwieder 40 Grad) und sont GARNIX.
Heut Abend gehts nach San Rafael mit Fluessen, Bergen und Ruhhhhheeeeeee
So liebe Flachlandkoenige, das wars fuer Heute.
Bis Bald
Euer Reinhold-Bergi-Messner